Frick

Abschied von einem grossen Schaffer: Isidor Bürgi machte sich um Region, Kanton und Gesellschaft verdient

Isidor Bürgi war bis ins hohe Alter politisch interessiert.

Ein grosse Trauergemeinde hat in Frick von alt Grossratspräsident Isidor Bürgi Abschied genommen.

«Seine Spuren bleiben in vielem sichtbar», würdigte Grossratspräsidentin Edith Saner am Dienstag an der Abdankungsfeier in der römisch-katholischen Kirche in Frick das Wirken von Isidor Bürgi. Der ehemalige Tierarzt, stellvertretende Dienstchef der Schweizer Armee, Chef des Aargauer Regionalen Führungsorgans und alt Grossratspräsident war am 3. Januar im Alter von fast 97 Jahren nach kurzer Krankheit zu Hause in Frick friedlich eingeschlafen.

Isidor Bürgi politisierte für die BGB, die später zur SVP wurde. Er habe sein Amt als Grossrat mit «Fachwissen, Erfahrung und Weitsicht» ausgeübt, so Saner weiter. «Der Fortschritt des Kantons Aargau war ihm ein Anliegen und er hat sich mit visionären Ideen auseinandergesetzt», so die Grossratspräsidentin.

Der Grosse Rat und der Regierungsrat hätten grosse Achtung vor dem Wirken des Verstorbenen. Neben Saner nahmen auch die Regierungsräte Alex Hürzeler und Jean-Pierre Gallati sowie Grossratsvizepräsident Pascal Furer und Grossratsvizepräsidentin Elisabeth Burgener an der Abdankungsfeier teil und unterstrichen Saners Worte mit ihrer Präsenz.

Erinnerungen an ein facettenreiches Leben

«Wenn jemand stirbt, werden Erinnerungen wach. Sie sind der Schatz, der uns mit dem Verstorbenen verbindet», sagte Gemeindeleiter Martin Linzmeier, der die Trauerfeier gestaltete. Und so blickte Isidor Bürgi, der Sohn des Verstorbenen, auf dessen Leben zurück.

«Facettenreich, interessant, anstrengend und gestalterisch» sei es gewesen – und von sechs grossen Inhalten geprägt: der Familie, dem Sport, dem Beruf, dem Militär, der Politik und den Verbindungen.

Heinz Kim, Obmann der Aargauer Turnveteranen, würdigte die sportlichen Verdienste des Verstorbenen. Nach seiner Zeit als erfolgreicher Nationalturner war Isidor Bürgi in vielen Vereinen und Verbänden aktiv und erhielt dort die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

«Der Gemeinsinn, das Gesellschaftliche und der Kontakt zu den Mitmenschen lagen Isidor Bürgi stets am Herzen», sagte Kim. «Er hat Freundschaften gepflegt und man konnte sich immer Rat bei ihm holen.»

«Eine herausragende Persönlichkeit»

Letztere Eigenschaft schätzte auch Christoph Riner, Präsident der SVP des Bezirks Laufenburg, an Isidor Bürgi, wie er gegenüber der AZ sagte. Riner nahm wie andere Parteiexponenten, etwa alt Stände- und Nationalrat Maximilian Reimann oder Roger Fricker, an der Abdankungsfeier teil.

«Isidor Bürgi war immer umgänglich und gerne zu einem Gespräch bereit», so Riner. «Mit seinem enormen Wissen konnte er viele Vergleiche zu früher ziehen.»

Der Fricker Gemeindeammann Daniel Suter nahm an der Trauerfeier ebenfalls Abschied von Isidor Bürgi. Der Verstorbene sei «eine herausragende Persönlichkeit mit grossen Verdiensten für die Gesellschaft» gewesen, so Suter.

«Isidor Bürgi war bis ins hohe Alter an aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen interessiert. Er vertrat seine Standpunkte mit Leidenschaft. Ihm zu begegnen, war immer ein besonderes Erlebnis.»

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Autor

Marc Fischer

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