Fischingertal

«Das Schulhaus soll dem Tal erhalten bleiben» – mit einer gemeinsamen Primarschule für drei Gemeinden

Am 9. Februar fällt die Entscheidung über den Verkauf des Oberstufenzentrums Fischingertal.

Das Referendumskomitee gegen den Verkauf des Oberstufenzentrums Fischingertal sieht in einer gemeinsamen Primarschule viel Vorteile. Wallbach wäre da allerdings nicht dabei.

Der Abstimmungskampf zur Referendumsabstimmung zum Verkauf des Oberstufenzentrums Fischingertal (OSZF) in Mumpf an die Stiftung MBF läuft. Der Schulverband OSZF und die Stiftung MBF haben sich auf einen Kaufpreis von 9,3 Millionen Franken geeinigt. Die Stiftung will im ehemaligen Oberstufenschulhaus ab 2021 die Heilpädagogische Schule Fricktal einrichten.

Gegen den Verkauf wurde allerdings erfolgreich das Referendum ergriffen. Am 9. Februar entscheiden deshalb die Stimmberechtigten der vier OSZF-Verbandsgemeinden Mumpf, Obermumpf, Schupfart und Wallbach, ob der Verkauf an die Stiftung MBF erfolgen kann.

«Das Referendum ist nicht gegen die Stiftung MBF gerichtet», betonte das Referendumskomitee bestehend aus Hanspeter Zingg, Dominik Patruno, Angelo Tancredi, Rolf Stampfli und Gerhard Trottmann gestern an seiner Medienorientierung. «Wir wollen, dass das ehemalige Oberstufenzentrum dem Fischingertal als gemeinsame, zentrale Primarschule erhalten bleibt.»

Das Referendumskomitee präsentierte am Mittwoch seine Argumente gegen den Schulhaus-Verkauf.

«Wallbach müsste ausbezahlt werden»

Dazu solle der Primarschulverband Fischingertal – ihm gehören nur die Gemeinden Mumpf, Obermumpf und Schupfart an – das Oberstufenzentrum übernehmen, so Hanspeter Zingg. «Die Gemeinde Wallbach müsste dann ausbezahlt werden.»

Das Schulhaus sei topmodern und übertreffe die Anforderungen, die der Lehrplan 21 stelle. So seien etwa Gruppenräume vorhanden und es bestehe dank Küche und Speiseraum die Möglichkeit, Tagesstrukturen einzurichten. «Wenn wir das Schulhaus als gemeinsame Primarschule nützen, sind wir für allfällige Veränderungen in der Zukunft gewappnet», ist Hanspeter Zingg überzeugt.

Weiter biete eine zentrale Primarschule den Schülern Kontinuität. «Sie könnten dann sechs Jahre im gleichen Schulhaus unterrichtet werden», so Zingg. Ein Neubau einer gemeinsamen Primarschule in Obermumpf, der derzeit in den sozialen Medien ins Gespräch gebracht werde, komme für das Referendumskomitee nicht in Frage.

«Das würde Zeit und Geld kosten», so Dominik Patruno. Und Angelo Tancredi ergänzte: «Fakt ist, im ehemaligen Oberstufenzentrum könnte man sofort einziehen und loslegen.» Bei dieser Argumentation blicke man auch nicht durch die Mumpfer Brille, so das Referendumskomitee. «Wir würden genauso argumentieren, wenn das bestehende OSZF-Schulhaus in Schupfart stünde.»

Nur noch zwei Schuljahre im Wohnort?

Auch die Lehrerschaft des Primarschulverbands befürworte einen einzigen Primarschulstandort, um als Team und nicht mehr als Einzelkämpfer agieren zu können, so das Referendumskomitee. Das habe eine Umfrage 2019 gezeigt. «Doch leider wurde die Stellungnahme der Lehrkräfte der Öffentlichkeit nicht zur Einsicht freigegeben», so Zingg.

Die aktuellen Planungen liefen dagegen in eine andere Richtung, so das Referendumskomitee. «Der Primarschulverband hat beschlossen, auf das kommende Schuljahr hin Stufenschulhäuser einzuführen.» Das bedeute, dass künftig die 1. und 2. Klasse in Obermumpf, die 3. und 4. Klasse in Schupfart und die 5. und 6. Klasse in Mumpf unterrichtet werden. «Die Schüler würden kreuz und quer hin- und hertransportiert und würden nur zwei Jahre in ihrer Wohngemeinde unterrichtet», so Zingg.

Kommuniziert worden sei dieser Beschluss noch nicht, führte Dominik Patruno aus. «Ich bin aber sicher, dass Befürworter des Verkaufs an die Stiftung MBF ihre Haltung hinterfragen werden, wenn sie wissen, dass die Stufenbeschulung eingeführt wird.»

Auf Anfrage der AZ widerspricht René Heiz, Co-Präsident des OSZF-Schulverbands und Ammann in Schupfart, dieser Darstellung. «Eine definitive Entscheidung ist nicht gefallen», so Heiz. Die Kreisschulpflege werde demnächst tagen. Die Stufenbeschulung sei eine Option, räumt er weiter ein, und sie mache in seinen Augen auch Sinn.

Am kommenden Samstag, 18. Januar, werden der Schulverband OSZF und das Referendumskomitee den Abstimmungskampf weiterführen. Um 9.30 Uhr findet in der Aula des OSZF eine Podiumsdiskussion mit Fragerunde statt.

Autor

Marc Fischer

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