Frick

Ein Instrument als Lebensschule: Gabriele Lucherini schwärmt vom Klavier

«Ich möchte meine Schüler Selbstständigkeit und Eigenverantwortung lehren», so Gabriele Lucherini.

Der junge italienische Pianist unterrichtet sein Instrument sowohl an der Musikschule Frick als auch in Magden.

«Bei meiner Geburt scherzte mein Onkel Giovanni Canale, ich hätte Pianistenhände und zu meinem siebten Geburtstag schenkte er mir ein Keyboard», erinnert sich Gabriele Lucherini schmunzelnd. Bald habe er Noten lesen lernen wollen, sodass ihm seine Eltern, beide Gymnasiallehrer, Klavierunterricht ermöglichten.

«In Italien nimmt man entweder Privatstunden oder geht direkt ans Konservatorium.» Nach je zwei Jahren Unterricht bei Viviana Fortuna und bei Francesco Carta habe er 2001 die Prüfung ans Konservatorium Vicenza, seinem Wohnort, bestanden.

«Je älter die Kinder, desto bewusster sind sie sich ihrer Wirkung»

«Ich erinnere mich an den körperlichen Genuss des Instruments», schildert der 29-Jährige. Die Musiktheorie wie Harmonien, Intervalle, das Solfeggio, die er ab dem Alter von neun Jahren lernte, hätten zudem den bewussten Bezug zum Instrument ermöglicht. «Da diese an Schweizer Musikschulen nicht separat neben dem Instrumentalunterricht gelehrt werden, thematisiere ich sie jeweils anhand des aktuellen Stückes.»

Die Beziehung zwischen Körper beziehungsweise Klavierspiel und Psychologie war insbesondere im Studium Thema. Nach dem Abitur mit 19 Jahren habe er den Bachelor und Master in Klavier und Hammerklavier am Konservatorium absolviert.

«Im Studium prägten mich Kurse und Privatveranstaltungen bei Riccardo Zadra und Federica Righini, ehemaligen Absolventen von Meisterkursen des berühmten Pianisten Fausto Zadra.» Psychophysiologie hiess ein Kurs im Konservatorium, in dem es um den Zusammenhang zwischen Körper und Emotionen ging. Dazu machte man Übungen aus Feldenkrais oder der Alexander-Technik.Ebenfalls prägend seien seine Meisterkurse bei Roberto Prosseda und Roberto Plano, ebenfalls grosse Konzertpianisten, gewesen.

Schon während des Studiums unterrichtete Gabriele Lucherini in Valdagno nahe Vicenza und vermittelte seinen Schülern sein Wissen. «Je älter die Kinder, desto bewusster sind sie sich ihrer Wirkung», schildert er.

«Gerade das Erlernen eines Musikinstrumentes ermöglicht es, ein gutes Selbstbewusstsein zu erlangen und einen bewussten Umgang mit wechselnden Gefühlen zu haben.» Es gebe nicht nur Schwarz und Weiss oder fröhliche und traurige Musik.

Gabriele Lucherini hat vielfältige Interessen

«Ich möchte meinen Schülern Selbstständigkeit und Eigenverantwortung lehren.» Eine gute Konzertvorbereitung hält Lucherini für ein ideales Lernmittel, um sich auch im Alltag in entscheidenden Situationen konzentrieren zu können. «Mit meinen Schülerinnen und Schülern steht die Repetition des Stücks vor dem Auftritt im Vordergrund.»

Nach einem Pädagogikstudium an der Musikhochschule Basel unterrichtet der Pianist heute sowohl an der Musikschule Frick, in Herznach, Densbüren und Ueken als auch in Magden. Neben der Unterrichtstätigkeit ist er selber künstlerisch tätig. Konzerte mit Musik aus dem 18. und 19. Jahrhundert auf dem Hammerklavier oder eine Erstaufführung von Stücken von Andreas Pflüger in Salvador de Bahia in Brasilien illustrieren seine vielfältigen Interessen.

«Für Schüler ist es wichtig, die eigenen Lehrer live auftreten zu sehen», begründet Gabriele Lucherini, der dieses Jahr ein Zusatzstudium in Alter Musik an der Musikhochschule abschliessen wird, das Lehrerkonzert vom 2. Februar. «Ich spiele die dritte Ballade von Frédéric Chopin und begleite drei Kolleginnen am Klavier.»

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