Kaisten

Trotz zahlreicher Konkurrenz: Die «Warteck» soll nach Renovation wiedereröffnet werden

Seit Herbst 2019 bleibt im «Warteck» an der Kaister Dorfstrasse die Küche kalt.

Das Kaister Restaurant, dass seit letztem Herbst geschlossen ist, soll renoviert werden.

Im «Warteck» bleibt seit November die Küche kalt. Nach rund zweieinhalb Jahren beendete Manuela Hofmann ihre Wirtetätigkeit im Restaurant an der Dorfstrasse. Zu den Gründen ihres Aufhörens wollte sie sich damals nicht äussern. Gemäss Gemeindeschreiber Manuel Corpataux ist unklar, wie es mit dem Restaurant weitergeht.

Die «Warteck»-Besitzerin Maya Winter-Rehmann sagt, dass man wieder einen neuen Pächter sucht. Im «Gastro-Express» ist das Restaurant und die dazugehörende 5,5-Zimmer-Wohnung seit wenigen Tagen für eine Pacht von 4250 Franken inseriert. «Wir werden die Liegenschaft renovieren», sagt Winter. In Sachen kulinarischer Ausrichtung werde man keine Vorgaben machen. «Es muss einfach passen», sagt sie.

Eine hohe Dichte an Gastronomiebetrieben

Bei einer Einwohnerzahl von 2700 hat die Gemeinde mit dem «Cassiopeia», dem «Laurus», der «Sonne» im Ortsteil Ittenthal und dem «Rütihof» eine hohe Dichte an Gastrobetrieben. Hinzu kommt noch das öffentlich zugängliche Restaurant der BASF.

«Wir haben über den Mittag täglich zwischen 70 und 100 Gäste. Darunter sind auch einige externe Gäste», sagt der Restaurantverantwortliche Remo Meyer, der das günstigste Menu für externe Gäste für 11.80 Franken anbietet.

Dass es diese hohe Dichte an Gastronomiebetrieben einem zukünftigen «Warteck»-Wirt nicht gerade leicht mache, verhehlt Vizeammann Stefan Moser nicht. Moser, der selbst gelernter Koch ist und in Döttingen fünf Jahre lang das «Café Rondo» betrieben hat, sagt zudem: «Die Esskultur hat sich über die letzten 20 Jahre stark verändert.»

Während die Berufstätigen früher in der Mittagspause noch öfters in die Restaurants einkehrten, müsse es heute schnell gehen und günstig sein. «Hamburger, Kebab und Co ziehen heute», sagt Moser.

Schwarzmalen für die Zukunft des «Warteck» will Moser nicht, es müsse jedoch schon einiges stimmen, um das Restaurant dauerhaft auf Erfolgskurs zu halten. Zuallererst müsse der neue Wirt «mit Herzblut dahinterstehen».

Zudem müsse er vom Fach sein, einer, der auch mit Zahlen umgehen könne. «Es bringt ja nichts, wenn der Laden ständig voll ist, doch am Ende des Jahres nichts übrig bleibt, weil er sein Angebot nicht kalkulieren kann. Es braucht einen Fachmann.»

Eine, die sich in der Kaister Gastroszene auskennt, ist Denise Herzog-Senn. Seit sieben Jahren betreibt sie das «Cassiopeia» mit Erfolg. Neben dem «Cassiopeia» und dem «Laurus» sei in jedem Fall noch Platz für ein drittes Restaurant innerhalb des Dorfes, sagt sie.

«Wenn die Vereine nach dem Proben oder dem Training noch etwas trinken wollen, kann es zuweilen doch schon sehr knapp mit den Plätzen werden.» Aus diesem Grund hätte sie nichts dagegen, wenn das «Warteck» wieder öffnete.

Als Konkurrenz sieht sie das «Warteck» nicht, weil sie sich ihre Stammkundschaft in den letzten Jahren aufgebaut habe. Zudem böten die Räumlichkeiten im «Warteck» mit rund 50 Plätzen und einem Saal auch den Guggenmusiken an der Fasnacht eine Plattform.

«Grosse Guggenmusiken haben bei mir keinen Platz.» So verhandelt derzeit die Fasnachtsgesellschaft Chaischter Haldejoggeli mit den Besitzern des geschlossenen Restaurants Gambrinus, ob man dieses über die ganze Fasnacht beziehen kann, wie Narrenvater Marco Zaugg gegenüber der AZ sagt.

Die Gäste mit Herzlichkeit empfangen

Wichtig, so Herzog, ist es, seine Gäste immer mit Herzlichkeit zu empfangen, auch wenn der Wirteberuf zuweilen mit Stress verbunden ist. «Das darf man sich gegenüber dem Gast aber nicht anmerken lassen.» Senn und Moser sagen, dass sie im «Warteck» am ehesten eine traditionelle Schweizer Küche sehen.

«Die kommt im Dorf am Besten an», so Herzog. Wichtig sei zudem, beim Bezug der Ware lokale Anbieter nicht aussen vor zu lassen. Bei Herzog ist dies etwa der Rebensaft von Weinbau Schraner.
Gemeindeschreiber Manuel Corpataux sagt, dass man in der Gemeinde froh darüber sei, eine relative grosse Dichte an Gastronomiebetrieben zu haben.

«Unabhängig vom Essen haben sie den Charakter von Begegnungsstätten, in denen man sich austauscht und wo sich auch ein Stück weit das gesellschaftliche Leben abspielt.»

Das sind die Aargauer Gastro-News 2020

Autor

Dennis Kalt

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