Die «Startup Academy» ist nach Liestal gezogen. «Wir denken, uns braucht es auf dem Platz Liestal», sagte Geschäftsführer Moritz Kistenmacher, «in Basel hats funktioniert.» Ein Verein, der nach eigenen Worten initiative Menschen, Geschäftsideen und Know-how zusammenbringen, unterstützen und zum Erfolg bringen will. Dadurch sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Solche, welche die wesentlichen sozialen, kulturellen wie auch ökologischen Herausforderungen lösen. Eingezogen ist die Startup Academy ins Tenum-Gebäude nahe dem Altmarkt. Eine weitere Academy öffnet diesen Monat in Olten.

Zur feierlichen Eröffnung liess es sich Regierungsrat Isaac Reber nicht nehmen, einige Worte an die Anwesenden zu richten. «Die Regierung misst den Start-up-Unternehmen grosse Bedeutung bei», sagte er, «es braucht immer Leute, die den Mut haben, etwas zu wagen.» Für ihn sei es kein Zufall, dass die Startup Academy im Tenum-Gebäude loslege. Das Tenum sei in den 1990er-Jahren selbst ein Start-up gewesen, ein Minergie-Haus, wo Infrastruktur gemeinsam genutzt und Innovationen entwickelt wurden. Reber sprach von einer «Null-Version», von der aus man heute auf eine höhere Stufe gelangt sei.

Die vielen Hürden

«Die Frage lautet: Wer kümmert sich um die Business-Youngsters?», gab Reber zu bedenken, «sie brauchen Unterstützung, denn sie müssen viele Hürden nehmen.» Die Piazza im Tenum-Gebäude, der Platz in dessen Mitte also, war sehr gut gefüllt am Mittwochabend. Geht es nach Moritz Kistenbauer, soll diese Piazza künftig zum Treffpunkt für alle werden, die Networking betreiben. Bis Ende 2019 wolle er 10 bis 15 Start-ups ins Boot holen. Sie sollen an einem Begleitprogramm teilnehmen, das sie für monatlich bescheidene 80 Franken zur Entwicklung der eigenen Geschäftsidee befähigt.

Isaac Reber machte Werbung für den Standort Liestal, beziehungsweise für das Baselbiet. «Der Standort ist unzweifelhaft gut. Liestal ist sehr gut angebunden etwa an Basel, Aarau oder Zürich», positionierte er den Baselbieter Hauptort, ehe er mit Blick auf die dezentrale Lage in die Zukunft der Wirtschaft zu schauen wagte: «Leben, arbeiten und wohnen rücken wieder vermehrt zusammen.»

Die Absichten

Markus Fischer, Geschäftsführer Basel und im Vorstand des Vereins Startup, präsentierte die Absichten der Unterstützer. Systematisch, pragmatisch und praxisorientiert soll Wissen vermittelt werden. Eine acht Schritte umfassende Struktur helfe zu fokussieren. Ehrenamtliche Mentoren und Experten spielten dabei die eine zentrale Rolle. Die Start-ups sollen auch mit potenziellen Kunden zusammengebracht werden. «Kann sein, dass nichts aus einem Start-up wird», bemerkte Fischer, «dumm gelaufen.» Dann gelte es, das Projekt so schnell wie möglich scheitern zu lassen.

Gefördert wird die Startup Academy von «Engagement Migros», einem Förderfonds, der 2012 gegründet wurde. Finanziert werde er von Unternehmen der MigrosGruppe, die nicht in das das Migros Kulturprozent einzahlen, berichtete Robin Born von Engagement Migros. «Wir wollen Pionierprojekte, die etwas verbessern, eine Chance geben vorwärtszukommen», beschrieb er die Ziele des Fonds, «wir hoffen, es kommen Pionierprojekte hervor, die gesellschaftlichen Wandel bringen.» Engagement Migros wolle die Ideen der Start-ups national etablieren.