Dass eine Rangliste nicht immer gänzlich aussagekräftig ist, ist keine neue Fussball-Weis­heit. Denn beim Vergleich zwischen den Oberaargauern und Baslern standen sich der Co-Letzte und der Co-Leader gegenüber. Aber niemand der zahlreichen Zuschauer, darunter auch eine feine Gruppe „Blackstarianer“ aus Basel, sah einen grossen Unterschied zwi­schen dem FCL und FCBS.

Zwei Änderungen in der Stammelf

Es ist bekannt, dass Black-Trainer Samir Tabakovic mit einem festen Gerüst an Akteuren arbeitet. Viele Wechsel in der Stammelf sind nicht das Ding des Bosniers, der am Sonntag aber doch zwei Wechsel vornahm. Erstmals spielte der junge Luciano Covella von Beginn an – und Jasmin Mbatchou verteidigte hinten links. Dass Tabakovic zur Pause gleich zwei Wechsel vornahm, kann man interpretieren. Denn in den ersten 45 Minuten waren die Platzherren zumindest ebenbürtig gewesen – in einer Partie, die beste Kost bot und aller­beste Werbung für den Erstliga-Fussball war.

Die Führung der Langenthaler war demzufolge nicht unverdient; ebenso verdient war aber auch der prompte Ausgleich der Gäste nach einer Stunde Spielzeit. Es war dem omniprä­senten Valon Muslija (der von Concordia wieder zu seinem Stammklub zurückgekehrt ist) vergönnt, im Anschluss an den vierten Eckball den 1:1-Ausgleich zu erzielen.

Wie ein Cup-Fight

Und dann erlebte man eine Partie, die durchaus Cup-Charakter aufwies. Ein stetes Auf und Ab; beide Teams waren darauf aus, zu agieren und zu kreieren (und weniger zu ver­hindern), was den Matchbesuchern zugute kam. Die Berner hätten gewinnen können – und eine Punkteteilung wäre wohl das gerechteste Resultat gewesen. Weil aber Einwech­selspieler Donat Rrudhani, der für einige Impulse gesorgt hatte, in der Nachspielzeit den Ball in den Winkel setzte, durfte der Gast vom Rheinknie mit drei Punkten die Heimkehr antreten. Bitter für die Platzherren, die damit weiterhin am Tabellenende (ver-)bleiben, auch wenn sie substanziell bestimmt ins Mittelfeld gehören.

Jetzt das Basler Derby

Der FC Black Stars empfängt am Samstag zum Basler Derby den (freiwilligen) Promotion-League-Absteiger Old Boys. Die Favoritenrolle wird bei den „Schwarz-Sternen“ liegen, welche beim Sommercup bereits den Vergleich gegen OB gewonnen haben. Aber für Trai­ner Tabakovic ist klar, dass „eine derartige Leistung wie am Sonntag in Langenthal selten für drei Punkte reicht. Ich erwarte eine Leistungssteigerung meiner Equipe und mehr Kon­zentration im Spiel gegen den Ball und im Abschluss“, so der frühere Profispieler unmiss­verständlich.